Am 8. und 9. Mai 2026 war es so weit: Die Fertigstellung der neuen EMV-Anlage und des neuen Solarfaltdachs auf der ARA Birmensdorf wurde mit einem Einweihungsfest sowie einem Tag der offenen Tür gefeiert. Bei strahlendem Wetter nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen der neuen Anlage zu werfen.
Zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes zur Elimination von Mikroverunreinigungen im Jahr 2016 befand sich die ARA Birmensdorf bereits in der Planung und Umsetzung der Ausbauetappen 1 bis 3. Schon damals wurde vorausschauend die EMV als vierte Etappe eingeplant. Der Spatenstich für die neue EMV-Anlage (4. Etappe) erfolgte am 10. Oktober 2022. Seit Anfang 2026 ist die EMV-Anlage nun vollständig in Betrieb.
Betriebsleiter Damian Hausherr und sein Team führten die Gäste durch die neue Anlage und erklärten anschaulich, wie das neue Verfahren eines Ozonreaktors mit nachgeschaltetem Sandfilter funktioniert und welche Wirkung diese vierte Reinigungsstufe erzielt.
Verbandspräsident Ringo Keller betonte am Einweihungsfest treffend: „Eine Kläranlage ist nie fertig gebaut.“ Mit diesem Blick nach vorne richtet sich der Fokus bereits auf zukünftige Projekte.
Wir freuen uns sehr, Teil des gelungenen Projekts «Ausbau Etappen 1-4» und des Solarfaltdachs gewesen zu sein, und darauf, den Verband auch künftig bei seinen Vorhaben unterstützen zu dürfen.
Weitere Informationen zum Projekt:
Das Abwasser der Gemeinden Aesch, Birmensdorf, Bonstetten, Stallikon, Uitikon und Wettswil wird in der ARA Birmensdorf gereinigt. Aufgrund des hohen Abwasseranteils in der Reppisch – deutlich über 10 % – ist das Verdünnungsverhältnis im Vorfluter ungünstig. Die gesetzlich vorgeschriebene Elimination von Mikroverunreinigungen war deshalb notwendig und wurde mit dem Bau der neuen Reinigungsstufe umgesetzt.
Im Rahmen einer Variantenstudie wurde die Ozonung als wirtschaftlich und ökologisch geeignetstes Verfahren für die ARA Birmensdorf bestimmt. Dabei werden Spurenstoffe – sogenannte Mikroverunreinigungen – durch den Einsatz von Ozon chemisch aufgespalten. Die dabei entstehenden Reaktionsprodukte gelangen in eine nachgeschaltete biologisch aktive Reinigungsstufe, in diesem Fall eine Sandfiltration, wo sie weiter abgebaut werden.
Die neue Reinigungsstufe ist als einstrassige Vollstromanlage konzipiert. Aufgrund der bestehenden hydraulischen Bedingungen war der Bau eines neuen Hebewerks erforderlich. Der benötigte Sauerstoff wird in flüssiger Form angeliefert und in einem Reinsauerstofftank auf dem Areal gelagert. Aus diesem wird in ein bis zwei Ozongeneratoren das Ozon produziert, das über keramische Diffusoren in zwei Reaktorkammern in das zu behandelnde Abwasser eingebracht wird.
Nach der Ozonbehandlung durchläuft das Abwasser die nachgeschaltete Sandfiltration und wird danach in die Reppisch eingeleitet.
Im Rahmen des Projekts zur Elimination von Mikroverunreinigungen auf der ARA Birmensdorf wurden auch weitere Massnahmen direkt umgesetzt:
• Neubau eines Gebäudes mit Hebewerk, Ozonreaktor und Sandfiltration sowie den zugehörigen Betriebsräumen
• Ausseninstallation eines Lagertanks zur Bevorratung von Flüssigsauerstoff
• Anschluss an den bestehenden Werkleitungsgang
• Dükerleitung (unter Werkleitungsgang) mit Dükerschacht
• Photovoltaikanlage auf Dach
(Quellenhinweis: Drohenaufnahme von Dr. Josef Roos, Public Voice, Adligenswil)