Die Decke der grossen, vierstöckigen Tiefgarage II in mitten des Hardau Areals ist undicht. Die Tiefgarage wurde 1978 gebaut - über ihr liegt eine Fussgängerzone mit einer Fläche von rund 11'000 m2. Wir erhielten den Auftrag, die Decke der Tiefgarage statisch zu überprüfen und auf eine Nutzlast von 5 kN/m2 auszulegen – parallel dazu kümmerten wir uns um ein neues Abdichtungs-Konzept der Decke. Mit den Bauarbeiten wurde nun im Januar begonnen – wir sind für die Fachbauleitung rund um die Statik verantwortlich … Ein paar Details dazu:
Statische Überprüfung und Verstärkung
Mehrere Stützen der Tiefgarage werden im Bereich Schub und Durchstanzen während den Sanierungsarbeiten verstärkt, überwiegend mit Schubbolzen und zum Teil mit zusätzlichen Betonmassnahmen. Die undichten Dilatationsfugen werden komplett erneuert.
Abdichtung ohne Gefälle
Eine besondere Herausforderung stellte die Wahl des Abdichtungssystems dar. Die Decke wurde ursprünglich ohne Gefälle erstellt und wird im Endzustand von einem Unterhaltsfahrzeug befahren. Da hierfür keine direkt anwendbare Norm existiert, entschieden wir uns in enger Zusammenarbeit mit Sika für ein FPO-Abdichtungssystem. Dieses ist im Hochbau noch wenig verbreitet, im Tunnel- und Tiefbau jedoch seit Langem bewährt.
Erschwerte Zugänglichkeit und Logistik
Anspruchsvoll ist im Projekt die eingeschränkte Zugänglichkeit: Für einen fix installierten Kran fehlt der Platz, und die Decke ist nur über die Rampen mit kleinen Maschinen erreichbar. Daher kommt ein Pneukran zum Einsatz.
Ja, das Projekt ist keine Lösung «von der Stange». Die Statik ist das Fundament jedes Bauwerks – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Wir durften in den vergangenen Jahren zahlreiche anspruchsvolle statische Aufgaben lösen, darunter immer wieder auch Spezialanfertigungen.