Mit dem Einsatz des Hycleen Automation Systems von +GF+ wurde im Rahmen der Sanierung der Alterswohnungen im SAW-Gebäude auf dem Hardauareal in Zürich ein komplexes Trinkwarmwassernetz erfolgreich hydraulisch abgeglichen und in Betrieb genommen. Das digitale System gewährleistet stabile Warmwassertemperaturen, eine lückenlose Überwachung der Zirkulation und setzt neue Standards für die Trinkwasserhygiene in grossen Wohnbauten. Wir waren verantwortlich für die Gesamtprojektleitung der Gebäudetechnik…
… das bedeutet, wir waren verantwortlich für die Planung und Umsetzung von: Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro, räumliche Koordination, Kanalisation (inkl. Fachbauleitung), Elektroplanung und Gebäudeautomation (inkl. Fachbauleitung) sowie den Brandschutz (inkl. Fachbauleitung) vor Ort. Unsere Auftraggeberin, das Hochbauamt der Stadt Zürich (AHB), ist mit dem eingesetzten System und dem Projektresultat sehr zufrieden. Künftig sollen grössere Bauvorhaben mit mehr als fünf Regulierarmaturen ebenfalls mit einer digitalen Zirkulationsregelung realisiert werden, um die Trinkwasserhygiene dauerhaft und nachvollziehbar sicherzustellen.
Worum geht es im Detail in diesem Projekt?
Im Projekt „Sanierung Alterswohnungen im SAW-Gebäude auf dem Hardauareal in Zürich“ verfügt die Warmwasserinstallation über ein weitverzweigtes Netz. Insgesamt sind rund 1000 m Trinkwarmwasserleitungen installiert. Das Zirkulationsnetz umfasst etwa 500 m und besteht aus 23 Steigzonen. Gemäss den geltenden Normen soll an den Entnahmearmaturen eine Warmwassertemperatur von 50 °C, sowie am Eintritt in den Speicher eine Zirkulationstemperatur von 55 °C erreicht werden.
Für den hydraulischen Abgleich in der Zirkulation kommt das Hycleen Automation System der Firma +GF+ zum Einsatz. Dieses System steuert die warmzuhaltende Installation zentral über einen Master sicher und komfortabel. Das automatisierte Zirkulationsregelsystem gewährleistet einen harmonischen und zuverlässigen Betrieb der gesamten Installation. Alle Systemdaten können über den Master gesteuert, protokolliert, ausgewertet sowie auf einem Touchscreen visualisiert und überwacht werden. Statusinformationen und ungewöhnliche Ereignisse werden zusätzlich per Push-Benachrichtigung gemeldet.
Die Etappe 1 wurde im Oktober 2025 vollständig in Betrieb genommen und im November 2025 an die Bauherrschaft übergeben. Die einzelnen Zirkulationsstränge erreichen die geforderten Temperaturen. Während der Inbetriebnahme zeigte sich, dass trotz automatisierter Regelung gewisse Nachjustierungen vor Ort erforderlich waren. Dank der umfassenden Aufzeichnung und Feinjustierung konnte die Hydraulik korrekt und betriebssicher eingestellt werden.
In Gebäuden mit rein mechanischen oder thermischen Regulierarmaturen ist eine präzise Einflussnahme auf die Temperaturen der einzelnen Stränge – wie sie im vorliegenden System möglich ist – nicht realisierbar. Auch die detaillierte Rückverfolgung der hydraulischen Vorgänge ist nur mit einem solchen digitalen System möglich. Die erfassten Daten werden zentral im Master gespeichert und können via USB-Stick oder WLAN heruntergeladen und ausgewertet werden. Sollte beispielsweise ein Problemfall wie ein Legionellenbefund im Leitungsnetz auftreten, kann damit nachvollzogen werden, ob ein Zusammenhang mit einer fehlerhaften Zirkulation besteht.