Im Sommer 2025 sorgten Krankheitsfälle nach dem Baden und Surfen in der Reuss für Schlagzeilen. Gleichzeitig wurde der Ruf nach besseren, aktuellen Informationen zur Wasserqualität laut. Ein Jahr später gibt es nun eine technische Antwort: AquaGuard! Dieses haben wir – genauer gesagt junge IngenieurInnen unserer Firma – aus eigener Initiative hin entwickelt... mit dem Ziel, die Wasserqualität bei der Flusswelle in Bremgarten besser einschätzbar zu machen.
Die stehende Welle in der Reuss bei Bremgarten läuft am besten bei hohem Wasserstand, also meist nach starkem Regen. Genau dann gelangt oft auch Mischabwasser in den Fluss. Sind Kanalisation und Rückhaltebecken voll, fliesst mit Regenwasser verdünntes Abwasser über Entlastungsbauwerke in die Reuss. Wer baden, surfen oder paddeln will, möchte wissen, ob das Wasser belastet sein könnte.
«Viele von uns bewegen sich auch privat auf und im Wasser, einige surfen leidenschaftlich. Deshalb haben wir uns gefragt: Können wir mit unserem Wissen einen Beitrag leisten? Darauf haben wir mit einem Team von jungen Ingenieuren* AquaGuard entwickelt. Seit dem 17. September 2026 ist das System für Bremgarten online.», sagt Projektleiter Ramun Bär.
Das ist die Mission des AquaGuards
Der AquaGuard unterstützt Badegäste sowie WassersportlerInnen dabei, die Wahrscheinlichkeit einer Verunreinigung des Badewassers besser einzuschätzen. Zudem bietet er spannende Hintergrundinformationen über das Thema Abwasserentsorgung und Wasserqualität. So kann man eigenverantwortlich entscheiden, ob und wann man ins Wasser geht. Auf aquaguard.ch zeigt eine Ampel in Grün, Orange oder Rot die aktuelle Einschätzung.
So funktioniert AquaGuard
AquaGuard führt Live-Messdaten von Entlastungsbauwerken von 10 ARA über 4 Kantone zwischen dem Vierwaldstättersee und Bremgarten zusammen und verknüpft sie mit Regen- und Abflussdaten des BAFU. Über die Fliesszeiten schätzt das System ab, ob und wann entlastetes Mischabwasser die Flusswelle in Bremgarten erreicht. Damit die verteilten Datenquellen zusammenfinden, haben wir mit der Chestonag Automation AG eine systemunabhängige Datenschnittstelle entwickelt.
Der AquaGuard berücksichtigt nur Entlastungen von Mischabwasser. Andere Quellen (Landwirtschaft, Wildtiere, gereinigtes Abwasser aus Kläranlagen…) werden nicht berücksichtigt. Grün heisst deshalb nicht automatisch keimfreies Wasser.
Erste Bilanz
In den ersten vier Wochen haben rund 1'600 Personen aquaguard.ch besucht (Stand 14. Oktober 2026). Unter anderem berichteten 20 Minuten, die Aargauer Zeitung, die Luzerner Zeitung und der Tages-Anzeiger. Bremgarten Tourismus stellt AquaGuard auf der eigenen Website vor: Bremgarten ist die erste Stadt der Schweiz, die auf das System setzt. «Uns Surfende beschäftigt die Wasserqualität an der Welle schon länger», sagt Tamara Bisang vom Verein Flusswellen Bremgarten.
*... das Entwicklerteam: Ramun Bär, Sebastian Bosson, Florian Hitz.