Für das ehemalige Industrieareal MFO-West in Zürich-Oerlikon erarbeiteten wir im Auftrag von Liegenschaften Stadt Zürich ein übergeordnetes Regenwasserkonzept. Das 25’500 m² grosse Areal wird schrittweise zu einem Stadtbaustein mit Wohnen, Gewerbe, Kultur und Freiräumen. Unsere Leistung liefert die Grundlage für kommende Bauprojekte und berücksichtigt die Schnittstellen zum MFO-Park.
Nach der Offerteinladung im Oktober 2025 analysierten wir Dächer, Platzflächen, Entwässerungen, Höhen und Entwicklungsszenarien. In Sitzungen mit LSZ und ERZ definierten wir die Vorgaben: Regenwasser auf dem Areal zurückhalten und verdunsten lassen sowie die Ableitung in die Kanalisation reduzieren.
Die besondere Herausforderung lag im Untergrund. Heterogene künstliche Auffüllungen, frühere Industriebelastungen und lokale Ölverschmutzungen prägen das Areal. Das nicht nutzbare Grundwasser wird zudem durch Drainagen und Untergeschosse beeinflusst.
Deshalb klärten wir mit AWEL und ERZ frühzeitig die Randbedingungen für Entsiegelung und Versickerung. Die Frage, ob zusätzlich versickertes Wasser Schadstoffe mobilisieren kann, war offen. Dafür lösten wir einen Auftrag an Jäckli Geologie für eine konzeptionelle Grobbeurteilung aus. Der geologische Bericht vom März 2026 wurde zur Schlüsselgrundlage: Unter den heutigen Verhältnissen ist von einer aktiven, konzentrierten Regenwasserversickerung abzuraten. Sie könnte Grundwasserprobleme verschärfen; ausserdem besteht die Möglichkeit, dass durch die konzentrierte Versickerung, Altlasten im Abstrom mobilisiert werden. So liessen sich nicht realisierbare Lösungen früh ausschliessen.
Auf dieser Grundlage entstand ein Regenwasserkonzept mit verdunstungswirksamen Gründächern, oberflächlicher Versickerung über die Schulter in geeigneten Bereichen sowie nach unten abgedichteten Verdunstungsbeeten. Der Ablauf von Letzteren erfolgt über einen ehemaligen Öltank, der zur Bewässerung von Areal und MFO-Park genutzt wird. Bei Starkregen kann das Regenwasser gedrosselt in das Gewässer resp. Die Mischabwasserkanalisation abgegeben werden. Den MFO-Park berücksichtigten wir ausserdem als möglichen zukünftigen Überlaufkorridor, ohne dessen Instandsetzungsprojekt vorwegzunehmen.
Der Schlussbericht vom 8. Juni 2026 legt die Anforderungen je Teilbereich fest. Damit sinkt der Grundstückabflussbeiwert langfristig von rund 80 % auf 31 %; der zulässige Spitzenabfluss beträgt für ein zehnjährliches Ereignis maximal 54 l/s.
ERZ Entwässerung stimmte dem Konzept im Juli 2026 zu.